Eine Not kann mehr nutzen als tausend Freuden

Eine Not kann mehr nutzen als tausend Freuden.

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Eine Not kann mehr nutzen als tausend Freuden. Die Menschheit ist schon immer aus Krisen gestärkt heraus gegangen. Lass auch du dich nie von deinen Fehlern und Rückschlägen entmutigen. Lerne viel mehr daraus. Das ist nämlich genau die Stärke, die uns Menschen auszeichnet. Genieße dein Leben, auch und gerade in Zeiten der Krise. Besinne dich auf deine Bedürfnisse – aber helfe auch denen in deinem persönlichen Umfeld, die auf Unterstützung angewiesen sind.

Vergißmeinnicht
Vergißmeinnicht

Der Not gehorchend,
nicht dem eignen Trieb.

– (aus Schillers Trauerspiel »Die Braut von Messina«)

Positive Menschen nutzen die Chance, nach den Ursachen zu fahnden, durch die sie in schwierige Situationen gekommen sind. Sie ziehen ihre Schlüsse daraus für die Zukunft und vermeiden folglich bestimmte Dinge, ohne vor der Angst zu kapitulieren und sich lähmen zu lassen.

Eine Not, auch die jetzige weltweite „Corona-Krise“ kann mehr nutzen als tausend Freuden, wenn es uns gelingt, daraus zu lernen und uns fortzuentwickeln. Jedem handelnden Menschen passieren Patzer, Schnitzer und manchmal auch richtige Fehler, die hohen Schaden bei sich selbst oder anderen anrichten. Es passiert – täglich – und lässt sich auch nicht immer im Nachgang korrigieren.

Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht frühzeitig zu machen.

– Winston Churchill

Solche Fehler können aus Ungeschicklichkeit geschehen, per Zufall oder auch durch Verkettung unglücklicher Ereignisse. Wer kennt es nicht: Zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort, mitten in der Nacht auf menschleerer Landstraße fahren zwei Autos frontal ineinander. Der Verursacher hatte nur leicht die Mittellinie überschritten, weil er auf sein Handy schaute – und bums.

Eine Not kann mehr nutzen als tausend Freuden. Erst in ernsten Situationen neigen die meisten Menschen zum Nachdenken: Was habe ich getan? Warum und wieso musste ich ausgerechnet jetzt auf mein Handy schauen? – sicherlich kein Trost für die Unfallopfer, wenn der Unfallverursacher später vor Gericht seinen Fehler eingesteht und schwört, nie wieder beim Autofahren auf irgendetwas anderes zu schauen als auf die vor ihm liegende Fahrbahn.

Nicht immer muss es ein Missgeschick sein, was körperlich Verletzte oder Tote nach sich zieht. Manchmal schädigen wir auch uns selbst, weil wir das Leben als tägliche Feier ansehen und Alkohol, Drogen und Vermögenswerte wie im Rausch konsumieren und uns selbst damit vernichten. Freude am Sein wird verwechselt mit Konsum von „Tausend Freuden“, ohne Maß und Sättigungsgefühl.

Oft ist es auch Egoismus: Mein Wohl geht vor das Wohl meines Nachbarn, Arbeitskollegen, Menschen in meinem Dorf. Die Hauptsache, mein Einkaufswagen ist voll mit Klopapier, Nudeln, Mehl für die nächsten 365 Tage. Zuhause angekommen werden wir uns spätestens nach einigen Tagen fragen: Wann soll ich das Zeug eigentlich alles essen? Es wird womöglich an der Tür klingeln. Ein Freund steht an der Tür und fragt: »Du, hast du eine Rolle Klopapier für mich oder eine Packung Nudeln?« Und die meisten von uns werden diese dann herausgeben.

Eigentlich sind wir Menschen doch »Soziale Wesen«.

Im Laufe eines Lebens kommen viele von uns in Not – finanziell, menschlich. Manchmal geraten Menschen ganz unvermittelt in Not, weil sie arbeitslos werden, mit Ihrem Unternehmen in Insolvenz gehen oder ganz einfach unter Ängsten und Depressionen leiden, die es unmöglich machen zu arbeiten. Wer aus solchen bedrohlichen Situationen wieder herausgekommen ist, der weiß sehr anschaulich zu berichten, was „Not“ bedeutet – hat er es doch über einen längeren Zeitraum am eigenen Körper erfahren.

Eine Not kann mehr nutzen als tausend Freuden. Davon bin ich fest überzeugt. Menschen brauchen Menschen.

Darum erinnere dich sich ganz einfach auch einmal wieder an Situationen, wo du dich in die Enge getrieben fühltest, und du irgendwie durch Veränderung von Lebenseinstellungen, durch Hilfe anderer, oder per Glück und Tatendrang die Angelegenheit wieder in den Griff bekommen hast.

Heute ist der Tag, danke zu sagen und demütig zu sein. Genieße die Freuden in deinem Leben – und gib anderen etwas ab, von dem was du in den letzten Tagen, Wochen, Monaten, Jahren sowieso nicht benutzt hast. Nutze Notsituationen und die aktuelle Krise, um dich persönlich auch weiterzuentwickeln. Stelle deine persönliche Angst und deinen Egoismus hinten an, gib anderen etwas ab und horte nicht verderbliche Ware im Übermaß in deinem Keller, nur damit du es hast und nicht die anderen. 

Eine Not kann mehr nutzen als tausend Freuden. Erlebe Freude durch Geben und sei empathisch und wachsam genug, um notbedürftigen Mitmenschen zu helfen, da wo du kannst.

Welche Notsituation hat dir genutzt, dich weiterzuentwickeln? Möchtest Du uns das erzählten? Ja? Dann nutze das Kommentarfeld in diesem Beitrag. Vielleicht können andere durch Dich Mut fassen.

Ralphschreibt
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